Die Mediation im Überblick, Geschichte, Anwendungen, Methoden und Maßnahmen.

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Entwicklung und grundlegender Ansatz der Mediation

Die Mediation in ihrer heutigen Form entwickelte sich aus der Praxis der außergerichtlichen Konfliktregelung. Sie hat dabei Ansätze der Konflikt- und der Verhandlungsforschung, des psychologischen Problemlösens, der Psychotherapie sowie Systemische Therapie aufgegriffen. Eingeflossen sind auch Erkenntnisse aus den Fachgebieten Konflikt- und Kommunikationswissenschaft und Humanistische Psychologie, sodass die Grundlagen der Mediation interdisziplinäre Quellen haben. In Deutschland hat sich das Verfahren seit etwa 1990 zunehmend etabliert und auch empirisch evaluiert.

Die interdisziplinäre Entstehungsgeschichte der Mediation und ihre daraus folgende systematische Stellung zwischen psychosozialen, rechtswissenschaftlichen und verhandlungstheoretischen Ansätzen sowie das weitgehende Fehlen von (gesetzlichen) Vorgaben führen dazu, dass es nur wenige allgemein anerkannte oder gar zwingende Vorgehensweisen in der Mediation gibt.

Wichtigste Grundidee der Mediation ist die Eigenverantwortlichkeit der Konfliktparteien:
Der Mediator ist verantwortlich für den Prozess, die Parteien sind verantwortlich für den Inhalt.

Dahinter steht der Gedanke, dass die Beteiligten eines Konflikts selbst am besten wissen, wie dieser zu lösen ist, und vom Mediator lediglich hinsichtlich des Weges dorthin Unterstützung benötigen. Der Mediator trifft dabei keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist lediglich für das Verfahren verantwortlich.


Bereits 1648, bei der Schließung des "Westfälischen Friedens" kam das Verfahren der Mediation zur Verständigung und Aushandlung der Verträge zwischen den beteiligten Staaten zum Zuge.

Alvise Contarini (* 23. April 1597; † 11. März 1651 in Venedig) war ein venezianischer Adliger und Diplomat.
Ab dem Jahre 1618 war er bei der Verwaltung der Republik Venedig angestellt und bereits fünf Jahre später, im Jahre 1623, wurde er in den Großen Rat der Republik gewählt. Daraufhin übernahm er die Position des venezianischen Botschafters in den Niederlanden. Von 1626 an war er Botschafter in England, bis er 1629 zum Botschafter in Frankreich ernannt wurde. Während dieser Zeit bewog er den damaligen französischen König Ludwig XIII. zu einem Bündnis mit Venedig, um so Österreich an der Besetzung des Veltlins zu hindern, sowie Kardinal Richelieu zur Unterstützung Schwedens.

Im Jahre 1632 wurde er zum Gesandten der Römischen Kurie ernannt und wurde ab 1636 zunächst nach Istanbul geschickt. Nach seiner Rückkehr im Jahre 1641 wurde Contarini als Vermittler für die Verhandlungen zum Westfälischen Frieden in Münster bestimmt, die den Dreißigjährigen Krieg beenden sollten. Dabei besaß er großes Vertrauen aller Konferenzteilnehmer und war zugleich wichtiger Mittelsmann von Fabio Chigi, der nicht direkt mit den Vertretern der protestantischen Parteien verhandeln durfte.

Die Westfälischen Friedensverträge beendeten jedoch immerhin den Dreißigjährigen Krieg im Reich. Kern der Regelungen war ein neues Reichsreligionsrecht. Die Rechte der Reichsstände gegenüber dem Kaiser und in ihren eigenen Territorien wurden auf die hergebrachten Grundsätze festgeschrieben. Der Westfälische Frieden wurde ein Grundgesetz des Reiches, und war seitdem einer der wichtigsten Teile der Reichsverfassung. Daneben akzeptierten die Friedensverträge auch die Unabhängigkeit der Schweizerischen Eidgenossenschaft von der Gerichtsbarkeit der Reichsgerichte (Art. VI IPO = § 61 IPM) und erkannten damit faktisch ihre staatliche Unabhängigkeit an.

Trotz seines fragmentarischen Charakters galt der Westfälische Frieden bis zur Französischen Revolution als Grundlage des Systems der europäischen Staaten, das um 1650 erst im Entstehen begriffen war. Anlass für dieses Urteil sind die Teilnahme vieler politisch relevanter Mächte am Kongress (wichtige Ausnahmen: Polen, Russland, England), ihre ausdrückliche Nennung im schwedisch-kaiserlichen Vertrag, die Garantie für die Einhaltung der Verträge durch Frankreich und Schweden und der Bezug auf sie in späteren Friedensverträgen.